Wir bauen auf Generationen

«Mein Denken und mein Handeln sind auf Langfristigkeit ausgerichtet», sagt Andreas Zindel-Schell (links), die treibende Kraft hinter dem Projekt Unterirdischer Steinbruch Valzeina. Zindel United setzt auf nachhaltige Werte: Verantwortung gegenüber Mitmenschen, Ressourcen und der Natur.

Das Unternehmen ist seit Generationen mit der Region verbunden. Mit Andreas Zindel (rechts) hat bereits die achte Generation den Stab übernommen. «Unsere lösungsorientierte Kultur ist die Grundlage für innovative Produkte und Projekte», erklärt Andreas Zindel und ergänzt: «Unsere starken Werte bilden dafür die Basis. Darauf bauen wir.»

Unterirdischer Steinbruch
Valzeina

Baustoffe aus der Region für die Region

Mit der vermehrten Gewinnung von Baurohstoffen entstehen in der Schweiz und somit auch im Kanton Graubünden Konflikte mit anderen Nutzungs- und Schutzansprüchen. Wir kommen diesen Gegebenheiten mit dem Projekt «Unterirdischer Steinbruch Valzeina» entgegen. Sie beabsichtigt, während 80 Jahren im Gebiet Valzeina unterirdisch Fels – jährlich mindestens 70 000 Kubikmeter – abzutragen und daraus im Werk Tardis in Landquart Baustoffe für den regionalen Markt herzustellen.

Gründe für das Projekt

  • Erhalten der Versorgungssicherheit von steinartigen Baumaterialien für kommende Generationen.

  • Baustoffe aus der Region für die Region zur Vermeidung von Importen aus anderen Kantonen und dem Ausland.

  • Entsorgungssicherheit mittels Deponievolumen für den Kanton Graubünden kurz-, mittel- und langfristig sicherstellen.

  • Erhaltung des Landschaftsbildes, der Landwirtschaftszonen und des Naherholungsgebietes.

  • Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.

Umfassend informieren

Ein Expertenteam möchte die Bevölkerung umfassend über das Projekt «Unterirdischer Steinbruch Valzeina» informieren. Damit sollen Vorbehalte abgebaut und wo nötig Lösungen zusammen mit Spezialisten und Verbänden erarbeitet und umgesetzt werden.

Fünf Experten des Projektteams beantworten alle wichtigen Fragen rund um die Themen Kies, Steinbruch, Region und Umweltverträglichkeit.

Portrait von Rudolf Tobler

Rudolf Tobler
Geschäftsführer Logbau AG

Als ausgebildeter Bauingenieur und seit 20 Jahren im Unternehmen tätig, weiss er, was es für die Beschaffung von Baurohstoffen benötigt. Er ist Gesamtverantwortlicher für das Projekt Steinbruch Valzeina.

Endrio Bütler
Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Ist Geologe mit langjähriger Erfahrung in der Leitung von Projekten für die kurz-, mittel- und langfristige Rohmaterialgewinnung. Er begleitet Projekte von der Eröffnung einer Abbaustelle bis zu deren Rekultivierung/Renaturierung.

Marcel Winter
Gesamtprojektleiter Afry Schweiz AG

Er hat grosse Erfahrung in der Leitung von multidisziplinären Projekten sowie vertieftes Wissen in der Konzipierung und Planung von unterirdischen Bauwerken.

Georg Zumbühl
Umwelt und Raumplanung

Koordiniert und begleitet komplexe Vorhaben bezüglich Umwelt und Raumplanung, seit 1995 mit einem eigenen Ingenieurbüro. Er erstellt Umweltgutachten und Umweltweltverträglichkeitsberichte, vorwiegend in den Bereichen Abbau von Rohstoffen, Deponien, Verkehrsanlagen und Landwirtschaft.

Portrait von Reto Thöny

Reto Thöny
Ingenieurgeologe

Ist Ingenieurgeologe mit fundierten Kenntnissen in den Fachbereichen Hydrogeologie, Geomechanik und Untertagebau. Aufgrund seiner langjährigen, internationalen Tätigkeit im Bereich der geologischen Tiefenlagerung ist er zudem spezialisiert auf die Modellierung und das Verständnis von geologisch-hydrogeologischen Prozessen im Zusammenhang mit Untertagebauwerken.

Fragen & Antworten im Überblick

Thema Kies, Steinbruch, Region und Umweltverträglichkeit

Was passiert mit dem Steinbruch nach 80 Jahren?

Nach 80 Jahren gibt es zwei Möglichkeiten, was mit dem Steinbruch passieren kann: Zum einen könnte er zurück an die Gemeinde gehen oder die Konzession könnte erneuert werden.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Wie geht es nach der Abstimmung weiter?

Portrait von Rudolf ToblerSagen die Stimmberechtigten von Grüsch am 26. August «Ja» zur Nutzungsplanung und zum Konzessionsvertrag, geht es wie folgt weiter:

  • Genehmigungsverfahren durch die Kantonsregierung

  • Anschliessend beginnt das BAB-Verfahren (Bauen ausserhalb Bauzonen).

  • Das BAB-Verfahren beinhaltet die Baubewilligung, gewässerschutzrechtliche Bewilligungen sowie VVEA-Bewilligungen.

  • VVEA-Bewilligungen sind Bewilligungen zur Errichtung und zum Betrieb von Deponien.


Im Idealfall starten wir mit dem Bau ab 2022.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Werden radioaktive Abfälle deponiert?

Portrait von Rudolf ToblerEs werden keine radioaktiven Abfälle deponiert.

Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat schriftlich bestätigt, dass der Standort Valzeina ungeeignet für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist. Valzeina wird von der Nagra nicht als Standort in Betracht gezogen.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Warum braucht es überhaupt eine Deponie?

Portrait von Rudolf ToblerMehrere Argumente sprechen dafür, dass die Stollen als Deponie genutzt werden.

  • Zunächst einmal sind Deponien heute für die Abfallbewirtschaftung unumgänglich. Alle Rückstände aus der Abfallverbrennung oder Abfälle, die sich nicht für die Wiederverwertung eignen, werden in bewilligten Deponien abgelagert.

  • Regionale Deponien sind ökologisch und ökonomisch sinnvoll, da sie Teil regionaler Kreisläufe sind. Lange Transportwege und Transportkosten entfallen, da der Abfall dort verarbeitet und gelagert wird, wo er entsteht. Dies liegt auch im Interesse des Kantons.

  • Weiter sind geeignete Standorte für Deponien, die hohe Auflagen erfüllen müssen, rar.

  • Zudem haben die bestehenden Deponien im Kanton ihre Kapazitäten bald ausgeschöpft.


Der unterirdische Felsabbau ist wesentlich teurer als beispielsweise Kiesentnahmen aus Flüssen. Um die Wirtschaftlichkeit des USV sicherzustellen ist die Doppelnutzung mit der Deponie unumgänglich.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Warum wird das Material nicht per Bahn, sondern mit LKWs transportiert?

Der Transport mit der Bahn resp. ein Bahnanschluss wurde geprüft.

  • Ein Verlad wäre nur in Grüsch möglich. Das hätte für die kurze Strecke Portal USV – Grüsch LKW-unerwünschte Fahrten durch Siedlungsgebiete sowie das Umladen des Gesteins in Grüsch zur Folge. Ein solches Vorgehen ist aus ökologischer Sicht nicht tragbar.

  • Ein direkter Bahnanschluss im Stollen ist technisch nicht möglich.


Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Wer steht hinter der Steinbruch Valzeina AG?

Portrait von Rudolf ToblerDie Steinbruch Valzeina AG ist das Unternehmen, das den unterirdischen Steinbruch und die Deponie betreiben wird. Das Unternehmen wird mit Sitz in Grüsch gegründet. Die Steinbruch Valzeina AG gehört zu Zindel United.

Die Vorarbeiten bis zum definitiven Entscheid und Projektstart führt die Logbau AG (ehemals KSB Produktions AG), welche wiederum ein Teil der Zindel United mit Sitz in Maienfeld ist.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Warum ein unterirdischer Steinbruch?

Ein unterirdischer Gesteinsabbau hat grosse Vorteile für den Betrieb des Steinbruchs, für Staub- und Lärmemissionen und den Schutz der Landschaft des Vorderprättigaus.

  1. Rohstoffe für Baumaterial werden ohne massive Eingriffe in die Landschaft gewonnen: unattraktive, offene Felsabbaustellen oder Kiesgruben werden vermieden.

  2. Nach der Bauphase bleibt nur das Portal sichtbar. Alle anderen Installationen, wie zum Beispiel die Lüftung oder Lagerflächen, werden in den Untergrund verlegt.

  3. Abbau und Verlad finden untertag statt. Lärm und Staub dringen nicht bis an die Oberfläche resp. werden aufgefangen.


Der unterirdische Betrieb bietet ganzjährig gleiche Verhältnisse ohne saisonale und wetterbedingte Schwankungen.

Endrio Bütler, Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Besteht Gefahr für das Grundwasser?

Portrait von Reto ThönyNein, es besteht keine Gefahr für das Grundwasser. Im unterirdischen Steinbruch wird das anfallende Wasser zum tiefsten Punkt geleitet. Dort wird es gereinigt und in die Landquart eingeleitet.

Das Gesetz gibt bei Deponien hohe Anforderungen an die Durchlässigkeit des geologischen Untergrundes vor. Beim USV ist das Gebirge generell sehr dicht. Wo nötig, wird das Gebirge mit verschiedenen Massnahmen abgedichtet. Diese garantieren, dass kein Sickerwasser in das Grundwasser gelangen kann.

Der USV ist als Deponiebetreiber verpflichtet, das Grundwasser laufend zu kontrollieren.

Reto Thöny, Ingenieurgeologe

Frage zur Wirtschaftlichkeit: Hat die Gemeinde etwas davon?

Portrait von Rudolf ToblerFür die Gemeinde ist der Steinbruch sehr attraktiv. Die Wertschöpfung in der Gemeinde wird gesteigert. Zum einen aus den zusätzlichen Einnahmen aus Steuern und der Konzession. Zu andern entstehen neue Arbeitsplätze und bestehende sind gesichert.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Könnte das Ausbruchmaterial auch mittels Förderband nach Tardis transportiert werden?

Die Lösung mit der Förderbandanlage wurde in der Vorphase untersucht, ist aber aus verschiedenen Gründen verworfen worden.

  • Bedrängte Platzverhältnisse in der Chlus

  • Gut sichtbarer Eingriff in das Landschaftsbild

  • Lärm: permanentes Surren der Förderbänder


Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Ist ein alternativer Abbau mit Fräsen anstatt Sprengen möglich?

Der Gesteinsabbau ist nur im Sprengvortrieb sinnvoll. Durch das Abfräsen wird das Gestein zu stark zerbröselt und würde nicht mehr den qualitativen Anforderungen entsprechen. Zudem entsteht beim Abfräsen sehr viel Staub, welcher die Gesundheit der Steinbrucharbeiter gefährden könnte.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Könnte man nicht direkt beim Eingang der Klus im Bereich der alten Militäranlagen in den unterirdischen Steinbruch gelangen?

Portrait von Rudolf ToblerEine Erschliessung über ein westlich des Abbaufelds gelegenes Portal wurde tatsächlich geprüft und war Bestandteil der ersten Richtplaneingabe. Für die Projektträgerin wäre die Erschliessung über das Westportal die schnellere und wirtschaftlichere Variante gewesen, da auf einen langen und teuren Zugangsstollen hätte verzichtet werden können. Die Idee des westlichen Portals wurde jedoch auf Empfehlung des Kantons verworfen. Die Gründe für diesen Entscheid waren insbesondere die schützenswerte Militäranlage (Sperrstelle Klus) sowie Konflikte mit dem Langsamverkehr (Radfahrer, Wanderer) auf der alten Kantonsstrasse.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Können die Sprengaktivitäten zu Gebäudeschäden führen?

Nein, Schäden werden nicht erwartet, da die Abstände zwischen dem Abbauort und den Gebäuden an der Oberfläche zu gross sind. Zudem wird im Bereich von Gebäuden schonendes Sprengen angewandt, was sich positiv auf die Erschütterungssituation auswirkt. Vorgängig zu den Ausbrucharbeiten wird an den Gebäuden im Einflussbereich von Sprengungen eine Beweissicherungsaufnahme durchgeführt.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Wie gross sind die Sprengerschütterungen?

Die Erschütterungen variieren je nach Abstand zur Sprengstelle. Aus Erfahrung gelten Erschütterungen im Umkreis von ungefähr 300 m als wahrnehmbar für Menschen. Bei grösseren Distanzen werden die Sprengungen kaum mehr gespürt. Zudem spielt auch der Aufenthaltsort von Personen während der Sprengung eine Rolle, ob und wie stark sie wahrgenommen wird.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Ist die Stabilität des Gebirges gewährleistet?

Ja, das Gebirge ist genügend stabil. Dies wurde in mehreren Rechnungsdurchgängen und mit unterschiedlichen Szenarien nachgewiesen.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Können Setzungen an der Terrainoberfläche auftreten?

Nein, die Berechnungen haben kleine Verschiebungen im unmittelbaren Bereich der Stollen von wenigen Millimetern ergeben. Diese klingen in der vorhandenen Geologie mit steigender Distanz ab und haben auf die Terrainoberfläche keinen Einfluss mehr.

Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Wieviel Rohmaterial resp. Gestein wird abgebaut?

Die jährliche Abbaumenge beträgt rund 100'000 Kubikmeter Gestein. Diese Menge deckt den Bedarf und ist Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaftlichkeit des USV gewährleistet ist.
Endrio Bütler, Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Wie wird garantiert, dass keine gefährlichen Stoffe in der Deponie abgelagert werden?

Portrait von Rudolf ToblerIn den ausgebrochenen Stollen können die Materialkategorien Typ A bis D abgelagert werden. Zusammengefasst reicht das von unverschmutzten natürlichen Substanzen bis hin zu Hochofenschlacke oder verglasten Rückständen aus der Verbrennung.

  • Typ A (Aushubmaterial)

  • Typ B (Inertstoffe wie Betonabbruch, Fliesen oder Flachglas)

  • Typ C (Rauchgasreinigungsrückstände)

  • Typ D (Filterasche, Schlacke oder Bildschirmglas).


Die Nachweispflicht, dass das Deponiegut dieser Typisierung entspricht, liegt beim Materiallieferanten. Zudem ist der Deponiebetreiber gemäss BAFU (Bundesamt für Umwelt) verpflichtet, periodisch Messungen durchzuführen und die Einhaltung der Grenzwerte nachzuweisen. Der Bund legt für jede Deponie genau fest, welche Art von Abfällen gelagert werden darf.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Warum in Valzeina und nicht an einem anderen Standort?

Portrait von Reto ThönyBeim Standort in Valzeina spielen mehrere günstige Faktoren zusammen:

  • Die Qualität und die Menge des Gesteins sind für ein langfristiges Abbauprojekt geeignet.

  • Die Erschliessung im Projektgebiet ist mit dem unmittelbaren Anschluss an die A28 gut gelöst.

  • Der Standort ist aufgrund der geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften, was Stabilität und Dichtigkeit des Gebirges anbelangt, für die zusätzliche Nutzung als Deponieraum geeignet.


Reto Thöny, Ingenieurgeologe

Wie ist die Umweltverträglichkeit?

Umweltverträglichkeit bedeutet, dass alle gesetzlichen Vorgaben zur Umwelt im weitesten Sinne eingehalten werden können. Ein Steinbruchprojekt in dieser Grössenordnung ist UVP-pflichtig, d.h. es muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Dabei werden die Auswirkungen auf die Umwelt im Einzelnen sowie gesamthaft beurteilt. Zurzeit liegt dazu ein Bericht zur Voruntersuchung und ein Pflichtenheft für die Hauptuntersuchung vor. Die Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt dann im Rahmen der Zonenplananpassung.

Georg Zumbühl, Umweltspezialist

Wie hoch ist die Lärmbelastung?

Das Gebiet entlang der A28 ist mit Lärm vorbelastet (Durchschnittlich 15 000 Fahrzeuge pro Tag). Durch das Projekt ist mit einem zusätzlichen Verkehrszunahme von rund 0.5% zu rechnen. Dieser projektierte Mehrverkehr führt nicht zu wahrnehmbar stärkeren Lärmbelastungen. Während der Bauphase des Zugangsstollens können temporär erhöhte Lärmemissionen infolge Sprengungen, Ventilatoren und Arbeiten im Portalbereich auftreten. Während dem Regelbetrieb werden Lärmquellen wie Ventilatoren-, und Brecheranlagen unterirdisch angeordnet. Der Materialumschlag erfolgt ebenfalls untertage.
Georg Zumbühl, Umweltspezialist

Sind die Sprengungen spürbar?

Die Erschütterungen sind je nach Entfernung nicht bzw. schwach spürbar. Täglich sind ein bis zwei Sprengungen geplant. Das Sprengkonzept für den USV berücksichtigt die geltenden Normrichtwerte für Erschütterungen. Zudem werden schonende Sprengtechniken eingesetzt, die Erschütterungen deutlich reduzieren. Mit schonenden Sprengtechniken werden die Lademengen kleiner verteilt und zeitlich gestaffelt gezündet. Des Weiteren liegt der kürzeste Abstand vom Abbaufeld zu umliegenden Gebäuden bei rund 140 Metern.
Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Wie hoch ist die Staubbelastung?

Im Gegensatz zu einem offenen Steinbruch bleibt im unterirdischen Steinbruch der Staub innerhalb des Systems. Um unzulässige Belastungen zu verhindern werden innerhalb des unterirdischen Steinbruchs diverse Massnahmen zur Staubreduktion getroffen. Der Staub wird grösstenteils auf dem Belüftungsweg bis zum Austritt der Abluft an der Oberfläche im System gehalten. Die Staubemissionen werden durch regelmässige Reinigungen der Stollenanlage sowie bei Bedarf durch Besprühung der Abluft minimiert.

Die staubarme Abluft wird schliesslich 60m über der Talsohle ausgestossen und verdünnt sich dort rasch mit der Frischluft.

Wichtig zu wissen: Die Materialverarbeitung mittels Steinbrecher, die viel Staub verursacht, erfolgt nicht im Berg, sondern im Werk Tardis. Dieses ist mit entsprechenden Installationen zur Verhinderung von Staubemissionen ausgerüstet.
Marcel Winter, Gesamtprojektleiter

Versiegen die Quellen im Projektgebiet?

Portrait von Reto ThönyGeologische und hydrogeologische Abklärungen zeigen, dass keine Beeinträchtigungen der Wassermenge von Quellen im erweiterten Projektgebiet zu erwarten sind. Das Gestein ist beim Standort Valzeina sehr dicht und deshalb von der Oberfläche zum USV nicht durchlässig.

Es kann vorkommen, dass Quellen nach längeren Trockenperioden vorübergehend verschwinden oder stark reduzierte Wassermengen liefern. Das ist heute bereits so und ist saisonal bedingt: Die schwankenden Schüttmengen hängen direkt mit den Niederschlags- und Schmelzwassermengen zusammen. Mit dem USV haben solche Schwankungen nichts zu tun.

Die Quellen werden bereits heute periodisch überprüft und beurteilt.
Reto Thöny, Ingenieurgeologe

Wo wird das nicht verwertbare Material enddeponiert?

Das nicht verwertbare Material wird für den Pistenbau in den Stollen (feste Fahrbahn) eingesetzt oder wird innerhalb der Abbaukammern enddeponiert.

Endrio Bütler, Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Wieviel Mehrverkehr wird es geben?

Es ist täglich mit 60 bis 110 Einzelfahrten zu rechnen (Abbau- und Deponieverkehr). Dies entspricht einer Zunahme zum heutigen Verkehr von 0,5%. Der tägliche Verkehr auf der A28 liegt heute bei rund 16‘000 Fahrzeugen. In der Nacht und am Wochenende finden keine Fahrten statt.

Endrio Bütler, Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Worüber wird am 26. August 2020 abgestimmt?

Portrait von Rudolf ToblerAm 26. August 2020 stimmen die Stimmberechtigten der Gemeinde Grüsch an der Gemeindeversammlung über die Nutzungsplanung und den Konzessionsvertrag ab.

Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Wie ist die rechtliche Situation bei Privatgrundstücken?

Portrait von Rudolf ToblerDas private Grundeigentum endet in der Regel nach einer Tiefe von wenigen Metern unterhalb der Terrainoberfläche. Der Untergrund steht unter der Hoheit der Gemeinde/des Kantons. Diese hat auch die Kompetenz darüber zu bestimmen, wie der Untergrund genutzt wird.
Rudolf Tobler, Geschäftsführer Logbau AG

Warum ist der Steinbruch eine Chance für die Region?


  • Regionale Kreisläufe sind wirtschaftlich und ökologisch interessant. Das Projekt USV ist diesbezüglich beispielhaft.

  • Das Gebiet in Valzeina bringt sehr gute Voraussetzungen für einen unterirdischen Steinbruch mit: Die Geologie (Qualität und Volumen des Gesteins), Zugänglichkeit und Topografie sind geeignet.

  • Rohstoffe für Baumaterialien sind ein wichtiges und viel genutztes Produkt. Die langfristige Sicherung von Rohstoffen aus der Region verlangt nach neuen, innovativen Lösungen. Der Unterirdische Steinbruch Valzeina ist eine solche Lösung. 100'000 Kubikmeter Gestein können dort jährlich über die nächsten 80 Jahre abgebaut werden.

  • Die Nutzung der Stollen als Deponie ist eine wichtige Entsorgungslösung für die Region. Bestehende Deponien stossen bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Bedarf für neue Deponien ist hoch, geeignete Standorte hingegen sind rar.

  • Der Steinbruch inklusive Verlad ist vollständig untertag. Diese Lösung vermeidet sichtbare Eingriffe in die Prättigauer Landschaft.

  • Der Unterirdische Steinbruch Valzeina ist ein innovatives Pilotprojekt mit Vorbildcharakter und eine grosse Chance für die Region und die Gemeinde Grüsch. Der Unterirdische Steinbruch Valzeina schafft einen wirtschaftlich und ökologisch wertvollen regionalen Kreislauf für kommende Generationen.


Endrio Bütler, Projektleiter Unterirdischer Steinbruch Valzeina

Wird die Landschaft beeinträchtigt?

Da es sich um einen unterirdischen Gesteinsabbau handelt, sind lediglich die Ausgänge an der Oberfläche sichtbar. Es handelt sich dabei einerseits um den Portalbereich des Zugangsstollens bei der Valzeinabrücke. Dieser Bereich ist landschaftlich bereits durch Bauten und Schüttungen beeinträchtigt. Andererseits münden die Ausgänge des Abluftschachts und des Drainagestollens in die Felswand oberhalb der Landquart. Die Standorte sind noch nicht definitiv festgelegt und sollen mit der nötigen Sorgfalt ins Gelände eingepasst werden. Die landschaftlichen Auswirkungen des Projektes sind gering und bereits vorhandenen Beeinträchtigungen in der Umgebung untergeordnet.

Georg Zumbühl, Umweltspezialist

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